TouriTube, TouriCruising und SchnellbusXtreme

Moin zusammen! :)


Nachdem ich seit dem EarlyAccess pausenlos im Forum und in LOTUS unterwegs bin, sollte der Sonntag heute zumindest einige Stunden im Freien verbracht werden. So überlegte ich mir relativ spontan eine kleine Tour mit ein bisschen Sightseeing - man muss als Neu-Hamburger ja auch wissen, was es hier alles touristisch und fachspezifisch zu entdecken gibt! :)


Den Anfang machte der alte Elbtunnel - die TouriTube. :D Ich war da bisher noch nie drin und als Meisterwerk der Ingenieurskunst sollte man dieses Bauwerk ja schon einmal gesehen. haben. So startete ich an den Landungsbrücken. In einem relativ kleinen, halbrunden, kuppelartigen Haus startet der Trip. Geht man hinein, kann man entweder die Treppe nehmen, den Fahrstuhl für Personen oder auch den Lastenaufzug, mit dem normalerweise die PKW transportiert werden.


Leider ist die Bilddatei von der Außenansicht des Gebäudes defekt. :(


Unmittelbar hinter der Eingangstür sind die beiden Lastenaufzüge zu sehen, daneben links und rechts die Personenaufzüge. 24 Meter fährt man mit diesen in die Tiefe ...


... wie man von oben sehen kann ...


... und von unten auch.


Unten angekommen taucht man in die 426 Meter lange Tunnelröhre hinein, die die Elbe unterquert. Die zweite Tunnelröhre ist derzeit Baustelle, deswegen fahren die PKWs per Einbahnstraßenregelung nur durch eine Röhre (allerdings nur Mo-Fr).


Der Tunnel ist für viele Touristen ein Highlight, denn alle zehn Meter steht irgendjemand und macht ein Foto bzw. ein Selfie. Durch die Fliesenverkleidung hallt es nicht wenig und zwischen aller Akustik und wegversperrenden Touristen, die entweder stehen oder vor Erstaunen schleichen, muss man beim Überholen aufpassen, nicht von den unzähligen Radfahrern überfahren zu werden.


Nach einem langem Fußmarsch kommt man auf der anderen Seite an. Hier wurde ich per Lastenaufzug befödert, der - wie natürlich das ganze Bauwerk - äußerst prähistorisch wirkte. Immerhin ist der Tunnel seit 1911 in Betrieb.

Das andere Eingangsgebäude auf der südlichen Elbseite in Steinwerder ist weniger pompös, hier ist auch das Ausmaß der Baustelle an der Oberfläche zu erkennen.


Obwohl auf der südlichen Elbseite eigentlich gar nichts touristisches ist, so gibt es dennoch einen Aussichtspunkt, der so beliebt und so voll ist, dass sich auch einige Imbissbuden dort angesiedelt haben. Und auch ich musste natürlich dort ein Bild mit Blick auf die Landungsbrücken schießen. :)

Zurück auf die ursprüngliche Elbseite:Vom Elbtunnel wieder zur Straße an den Landungsbrücken kommend quert man diese, läuft dann eine kleine Treppe hoch und überquert dabei die Gleise der U3 - hier fährt ein DT5 von der Haltestelle St. Pauli kommend aus dem Tunnel in die Haltestelle Landungsbrücken ein.

Folgt man der Treppe weiter nach oben, erreicht man den Aussichtspunkt am Stintfang. Von hier lassen sich der Hafen (das "Tor zur Welt" :) ) mitsamt den ganzen Container-Kränen und Landungsbrücken einsehen. Leider ist es ein wenig mit Müll und Beschmierungen heruntergekommen, ansonsten wäre es wirklich ein schöner Ort.


Weil noch Zeit war, entschied ich mich zu einer kleinen Tour per Schiff. Die HADAG - übrigens ein Tochterunternehmen der HOCHBAHN - betreibt nämlich einige Fähren im Linienverkehr im Hafen, die als ganz normaler ÖPNV mit normalen Fahrscheinen zu benutzen sind. Der Klassiker, den auch ich nehmen wollte, ist dabei die Linie 62 von den Landungsbrücken nach Finkenwerder (also elbaufwärts). Weil die Fahrt wesentlich billiger ist als eine klassische, gesonderte Hafenrundfahrt und man mit dem Fahrschein ja auch noch anderweitig im ÖPNV in Hamburg unterwegs sein kann, ist die Linie 62 selbst an normalen Arbeitstagen voll mit Touristen - an Wochenenden natürlich dann umso mehr - die meist bis Finkenwerder fahren und für die Rückfahrt gleich wieder sitzen bleiben - also TouriCruising pur. :D


Weil der Andrang an der Abfahrtsposition der Linie 62 derart groß ist, steht immer die Hochbahnwache mitsamt extra Absperrzäunen bereit, um die Menschen in Schacht zu halten. In der Tat hatte nicht nur ich die Idee auf eine Fahrt nach Finkenwerder, auch nicht nur wenige andere...


... und dann kam lediglich dieses kleine Schiff mit Platz für 250 Menschen (die klassischen "Bügeleisen" haben Platz für 400). Ich hatte gar keine Lust auf den Krieg um die Sitziplätze auf dem Oberdeck, sondern suchte mir einen schönen Platz am Fenster unten drin. War aber ein wenig warm, denn klimatisiert sind die Fähren nicht.


Übrigens steht an jedem Anleger die Hochbahnwache. Nur am Anleger Dockland/Fischereihafen heute nicht - und prompt hatten einige den Ausstieg verschlafen und eilten hinaus - die ersten schafften es noch, während die klappbare Rampe lediglich erst noch piepte, die letzten wurden, während sie die Rampe betraten, angehoben und fielen quasi ins Schiff zurück. Nun denn, jedem sein Risiko. :!


Während der Fahrt lassen sich viele schöne Motive des Hafens fotografieren. :)


In Finkenwerder angekommen ist gut zu sehen, wie die meisten für die Rückfahrt gleich sitzen bleiben und dazu noch viele viele Menschen mehr zusteigen wollen.


Da man von Finkenwerder relativ schlecht wegkommt - entweder per langer Busfahrt nach Harburg oder gleich wieder per Fähre 62 zurück - und man auch sonst nicht von südlicher wieder auf die nördliche Elbseite kommt (es geht ja Richtung Nordsee, wo die ganzen Containerschiffe keine Brücken mehr zulassen) - blieb nur noch die Weiterfahrt mit der Linie 64. Diese quert von Finkenwerder die Elbe und endet nach zehn Minuten Fahrt in Teufelsbrück.


Teufelsbrück in Sicht. ;)


Diese Linie ist wesentlich leerer, nur wenige Touristen verirren sich hierhin, manche auch absichtlich, weil ihnen die 62 schlichtweg zu voll ist. Übrigens ist hier in der Woche nachmittags die Hölle los, denn von südlicher Elbseite kommen zu Stoßzeiten die ganzen Airbus-Mitarbeiter aus Finkenwerder, die nach Teufelsbrück übersetzen und von dort mit einem Eilbus alle vier Minuten in einer Viertelstunde ohne Halt zum Bahnhof Altona kommen (morgens entsprechend anders herum).


In Teufelsbrück angekommen - auf der Linie 64 fuhr ein klassisches "Bügeleisen" genanntes Schiff.


Am Hafen in Teufelsbrück gibt es eine Gaststätte, einen Biergarten und einen kleinen Sandstrand, dazu einen großen Platz mit Sitzmöglichkeiten. All die Möglichkeiten wurden bei dem gutem Wetter natürlich rege genutzt. :)


Zusätzlich verkehren in Teufelbrück noch diverse Buslinien - unter anderem Hamburgs längste Buslinie, der Schnellbus 39. Weil immer noch Zeit war, entschied ich mich spontan für eine Fahrt SchnellbusXtreme!


Der Schnellbus 39 verkehrt von Teufelsbrück im Westen Hamburgs in einem großen Bogen über den Flughafen im Norden bis nach Wandsbek Markt im Osten und braucht dafür je nach Tageszeit 1:40h bishin zu zwei Stunden.


Insbesondere ist es wichtig, noch einmal den 39er zu erkunden, weil er nämlich zum Fahrplanwechsel im Dezember offenbar eingestampft werden soll. Das ganze Schnellbus-System steht sowieso schon lange auf der Kippe (der notwendige 1.-Klasse-Zuschlag schreckt viele ab, denn der Comfort der gesonderten Schnellbus-Fahrzeuge ist bis auf dickere Sitzpolster auch nicht überragend, trotz des "Schnell" im Namen wird mittlerweile beinahe jede Haltestelle auf dem Weg bedient und durch die langen Fahrzeiten sind die Schnellbusse auch extrem verspätungsanfällig). Das System soll seit vielen Jahren eingestellt werden, aber der 39er soll wohl als erstes diesmal wirklich dran glauben. Also einsteigen und los geht's!


Auf der Fahrt habe ich keine Bilder gemacht. Sie ist aber durchaus abwechslungsreich - ein Stück an der Elbe entlang und durch verschiedene Wohngebiete durch, die mal größer, mal kleiner werden.


Irgendwann war auf der linken Seite das Flughafen-Areal zu sehen, welches ich aus dem fahrenden Bus fotografierte - leider genau in dem Moment, als ein Laternenmast vor die Linse kam.


Zugegeben, als ich nach über 1:20h Fahrt solangsam die Lust verlor und vor allem Durst bekam, bin ich am Flughafen ausgestiegen und habe mich erstmal verpflegt - am Flughafen ist ja immer etwas zu bekommen. Um Zeit zu sparen, ging es in den Tunnel zur S-Bahn.


Auf der Stahlkonstruktion über den Scheinwerfern befindet sich der Weg zum Aufzug. ^^



Und tatsächlich: Die S1 endet hier. :D


Weiter ging es über Ohlsdorf (im dortigen S-Bahn-BW stand der neue S-Bahn-Triebwagen BR 490 mit der Aufschrift "Moin, ich bin der neue!" - vielleicht dem ein oder anderen bekannt ;) ) bis Barmbek, auch hier stand eine BR 490 in der Kehre, allerdings ohne Aufschrift, aber mit Menschen der DB Sicherheit, welche sicherlich unbefugte Aufschriften verhindern sollen. :D


Zum Ende ging es dann mit der U3 von Barmbek die letzten Meter nach Hause. :)




Ich hoffe, meine kleine Reise durch Hamburg hat Euch gefallen! Schön, dass Ihr dabei gewesen seid! :)

Kommentare 4

  • Moin und danke für die interessanten Artikel, ich bin schon gespannt auf die nächsten, vor allem aus Deinem Praktikum. Diesbezüglich beneide ich Dich sowieso etwas, in Hamburg, bei der Hochbahn, in solch einem Bereich und dann noch ein halbes Jahr, nicht schlecht, das könnte ich mir auch gefallen lassen.


    Noch ein kleiner Hinweis bezüglich Deines Artikels: Wandsbek ist natürlich im Osten Hamburgs (war bestimmt auch gemeint), so ergibt der Abschnitt noch etwas mehr Sinn.

    • Huppsa. Schon korrigiert. :)


      Schön, dass es Dir gefällt! Vielleicht ergibt sich für Dich auch mal die Möglichkeit! :)

  • Es gibt auch eine tolle Fährverbindung von Finkenwerder nach Blankenese, die auch zum HVV-Tarif benutzt werden kann. Nur leider taucht die nirgends beim HVV auf, also am besten Finkenwerder aussteigen und dort entweder direkt an derselben Landungsbrücke (ganz vorn) in die vielleicht bereit stehende Fähre umsteigen oder den Fahrplan dort studieren. Oder die Hadag anrufen...


    Die Verbindung ist offenbar wetterabhängig:


    https://www.elbe-wochenblatt.de/2018/04/26/mit-der-faehre-von-finkenwerder-nach-blankenese/


    Wie auch immer, als ich letztens vielleicht mehr zufällig auf der Fähre gelandet war, hat die Überfahrt großen Spaß gemacht, denn der Kapitän gab ordentlich Stoff und ließ sich auch nicht davon abhalten, erst in die falsche Richtung aus dem Finkenwerder Hafen abzubiegen um dann mit ordentlich Tempo hinten um ein seewärts fahrendes Containerschiff herum zu fahren und dieses dann nördlich zu überholen.

    • Ui danke für den Tipp! Da muss ich mal recherchieren! :)