Von Arbeit und von Elb-Racing

Moin zusammen! :)


Erst einmal Entschuldigung, dass Ihr so lange hier nichts von mir gehört habt! Den vergangenen Monat war ich viel mit der Arbeit beschäftigt. 9( Groß ins Detail dafür kann ich leider auch nicht gehen, aber es sei soviel verraten, dass die HOCHBAHN mich zum Beispiel Daten erheben lässt, für die die anderen Kollegen im Alltagsgeschäft leider keine Zeit finden.


Dazu zählt zum Beispiel die Analyse der Auslastung von Busbahnhöfen: Wenn ich auf der einen Linie den Takt halbiere und damit die Anzahl der Fahrten verdoppele und auf der anderen Linie von Solo- auf Gelenkbus umstelle, dann braucht das immer mehr Platz und irgendwann ist auch ein Busbahnhof mal voll :doesnttalk:. Und wenn man genau weiß, wann und wie voll der Busbahnhof ist, dann kann sich Maßnahmen dagegen überlegen, zum Beispiel unter anderem die langen Pausen an die jeweils anderen Endstellen verlegen.


Dazu zählt ebenso die Fahrzeitanalyse bei Mitfahrt, also sekundengenau aufschreiben, wann die Haltestelle weiterschaltet und warum etwaige Verzögerungen aufgetreten sind, zum Beispiel, weil eine Ampel ewig auf Rot steht (ansatzweise in der Fahrzeit berechenbar) oder aber weil ein Rollstuhlfahrer einsteigt und der Busfahrer die Rampe ausklappen muss (eher nicht berechenbar). Bei der Auswertung sehe ich dann in der Tabelle nicht nur, wann die Verspätung auf einmal signifkant ansteigt, sondern eben auch eine Tabellenspalte weiter, warum. Derlei Gründe sind bei schlichter Auswertung aller Verspätungsdaten natürlich nicht erfasst und nun habe ich eben für die HOCHBAHN rausgefunden, warum der Bus eigentlich wo zu spät kommt. Anhand dieser Auswertung können nun Fahrzeitprofile erstellt werden, die etwaigen Fahrzeitpuffer an strategisch günstigen Punkten berücksichtigen - "worst case" wäre zum Beispiel das Abwarten von Fahrzeitpuffer an einer Haltestelle, nach der man im Schnitt zwei Minuten vor der roten Ampel steht. 9.9


Jetzt habt Ihr mal eine Idee, was ich hier mit meinem Tag alles so anfange.. ;)


Auf diese Weise lerne ich natürlich viel von Hamburg kennen, was man als normaler Tourist nie entdecken würde. Sowieso fällt mit jedes Mal auf, dass sich die Touristen in diese Stadt kaum von den Hotspots wegbegeben: Grundsätzlich sind alle Touristen auf die Mönckebergstr. bis zum Rathaus und zum Jungfernstieg mit Alster und natürlich ganz stark auf den Bereich Landungsbrücken bis Elbphilarmonie bis in die Speicherstadt fokussiert. Geht man drei Meter von diesen Orten weg, sind alle Touris weg.


Drei Meter von den Touris habe ich mich heute auch wegbegeben. FridolinHH hatte mir in einem Kommentar auf einen vorigen Blogeintrag von der Elbfähre Blankenese-Neuenfelde-Cranz erzählt (Linie "HBEL"), die ab und zu auch Finkenwerder ansteuert. Zufällig habe ich auf dem Twitter-Account der Reederei heute gelesen, dass bis 15:00 Uhr die Fähre ab Finkenwerder fährt.

Der Plan war, um 15 Uhr die Fähre nach Blankenese zu nehmen und von Blankenese die nächste Fahrt wieder auf dem regulären Weg nach Neuenfelde hinüberzusetzen - und genau das ging auch auf. So machte ich mich auf den Weg dorthin, erst mit dem Schnellbus 36 nach Teufelsbrück, dann mit der Fähre 64 nach Finkenwerder.


In Finkenwerder angekommen steuerte auch bald das gewünschte Schiff die dortigen Landungsbrücken an und fuhr auf die allererste Brücke zu, die sonst nie bedient wird. Noch ganz klassisch (und für Hamburger Fähren ungewöhnlich) wird das Schiff per Tau festgemacht.


Es zeigte sich, dass neben ganz wenigen anderen Fahrgästen ich tatsächlich fast allein auf diesem Schiff war. Ein paar Touristen verirrten sich zumindest auf den Anleger, aber stellten fest, dass dieses Schiff nicht zu den (St.-Pauli-)Landungsbrücken fährt und HVV-Einzelfahrausweise dort (am Wochenenden) sowieso nicht gelten. Es ist schon ungewohnt, an einem Wochenende eine Elbfähre fast ganz für sich allein zu haben, denn wie gewohnt ...



... war natürlich gerade die Linie 62 Finkenwerder-Landungsbrücke entsprechend voll (man beachte dazu, dass viele eine Rundfahrt Landungsbrücken-Finkenwerder-Landungsbrücken machen und das Schiff abgesehen von den Neu-Einsteigern sowieso schon voll ist und bleibt).


So ging kurz nach 15 Uhr die Fahrt los.


Normalerweise biegt man hier mit der Fähre 62 Richtung Hamburg-Mitte ab, aber heute ging es für mich nach links Richtung Nordsee ...


... mit typischem Hamburger Elbe-Wetter - kalt, leicht finster und extrem windig.


Vorbei an Teufelsbrück, von wo aus ich gestartet war ...


... und vorbei an Claudia. :giggle:


Die Elbe ist dort schon sehr breit und der Hafen ist vorbei.


Auf der südlichen Elbseite wird das Finkenwerderer AIRBUS-Werk in der Ferne passiert ...


... wo bei genauerem Hinsehen ganz schön bullige Flieger stehen. =O


Gaaanz kurz kam die Sonne raus. Hamburg und sein Hafen liegt da schon weit zurück.


Nachdem auf der südlichen Elbseite das AIRBUS-Werk endet, geht die Elbe auf einmal total in die Breite. Rechts auf dem Bild ist schon der Anleger von Blankenese zu sehen.


Blankenese ist erreicht, zu sehen ist das bekannte Treppenviertel.


Aber ich wollte ja noch weiter bis Neuenfelde, also lassen wir den Anleger von Blankenese wieder hinter uns.


In der Ferne sieht es im Panorama wirklich idyllisch aus! :fantastic:


Wenn die Elbe Richtung Nordsee in die Breite geht, befindet sich dort die unbewohnte Insel Neßsand.


Die Elbe wird nicht gerade gequert, sondern in einer mit Bojen begrenzten Zick-Zack-Fahrrinne, mit Kurs auf das Sperrwerk Estebogen an der Mündung des Flusses Este.


Blankenese ist da schon weit weg.



Leider zu spät gemerkt startete auf einmal ein Beluga-Flugzeug von AIRBUS, deswegen nur ein Schnappschuss.


Der Anleger in Neuenfelde kam unerwartet, die Rampe vom Schiff an den Anleger war arg steil ...


... und je nach Pegel wird auch mal der tieferliegender Anleger benutzt. Die Stufen noch weiter unten sind schon überflutet. Hier war Endhaltestelle, bis Cranz fuhr das Schiff heute nicht, sondern bloß noch einmal nach Blankenese zurück. Vom dortigen Anleger hätte ich aber durch das Treppenviertel bis zum Bahnhof hochsteigen müssen - das ist arg anstrengend. Also besser von hier einen andere Weg zurück. ^^


Von hier hat man einen seitlichen Blick auf das Airbus-Werk.


Auch die Fähre mitsamt dem versteckten Anleger ist nochmal gut zu sehen.


Tjaa.. südlich der Elbe, nirgendwo im Irgendwo gestrandet, schon fast Niedersachsen.. wie kommt man da weg? ?/ Keine Sorge - ein paar Meter weiter ist eine Haltestelle:



Eindeutig zu sehen - hier fährt erstmal alles zu AIRBUS - aber auch eine Direktverbindung zum Bahnhof Altona gibt es. Wenige Minuten später kam der Bus, der mich in knapp einer Stunde - nebst Plausch mit dem Kollegen am Steuer, Vorbeifahrt am gesamten AIRBUS-Werk, an den Finkenwerderer Landungsbrücken, durch den Hafen und natürlich ...


... durch den Elbtunnel 8) ...


... schlussendlich zum Bahnhof Altona brachte. :)