Splines erstellen

  • Splines sind jene linienförmige Objekte, die im Map-Editor in beliebiger Länge, gebogen oder gerade, horizontal oder mit Gradient und/oder Überhöhung "verlegt" werden können. Dieser Artikel beschreibt, wie neue Spline-Typen im ContentTool erstellt werden können.

    In diesem Artikel wird vorausgesetzt, dass allgemein bekannt ist, wie normale Szenerieobjekte erstellt werden. Als Anleitung hierfür dient am Besten der Artikel "Tutorial: Gebäude erstellen".

    1 Aufbau des 3D-Objektes

    Die Grundlage für die spätere Spline stellt ein normales 3D-Objekt dar. Beim Verlegen der Spline passt der Map-Editor dieses Objekt an: Er kann es verbiegen, beschneiden oder kopieren und aneinander kleben.


    Das 3D-Objekt wird ausgehend vom Punkt 0/0 in positiver y-Richtung konstruiert und könnte z.B. so aussehen:



    Zu beachten ist, dass der Map-Editor in Kurven selbst in der Lage ist, mit zusätzlich eingefügten Eckpunkten eine saubere Rundung zu erzeugen. Es ist also nicht nötig, eine bestimmte Anzahl von Unterteilungen oder Punkten zu verbauen.

    2 Anlegen und Import

    Wir starten nun das Content-Tool und wählen "Objekte & Fahrzeuge", dann "Neues Objekt erstellen" und dann eine der rechten Objekt-Klassen. Die rechten sind alles Spline-Klassen, die linken sind alles "normale" Objekt-Klassen. Während allerdings die unteren Klassen besondere Eigenschaften haben, die hier kein Thema sein sollen und weil wir ja nur einen simplen Radweg importieren wollen, wählen wir "Oberflächen-Spline" aus.


    Im Gegensatz hierzu ist eine "Standard-Spline" etwas "Aufragendes" und nicht zum Boden gehörendes, wie z.B. ein Zaun. Eine "Markierungs-Spline" dagegen ist z.B. eine Fahrbahnmarkierung, die zwar nicht in den Boden mit "eingegossen" wird, wohl aber dem Boden folgt und auch thematisch zu ihm passt.


    Die Objektkategorie ist für unseren Radweg "CAT 1". Ein Zaun wäre aber eher "CAT 3".


    Die Gattungen werden wie üblich ausgewählt. Hier empfiehlt sich: "Straße und Verkehr" und darin "Straßen- & Gehwegselemente".


    Das Object & Vehicle Tool startet nun wie üblich. Wir importieren nun das Mesh, wobei auch dies wie üblich erfolgt. Es zeigt sich jedoch eine andere Darstellung als sonst:



    Das Tool hat das 3D-Objekt bereits interpretiert und zeigt eine Vorschau an, wie die Spline im Map-Editor aussehen wird. Grundsätzlich ist es nun möglich, die Spline so wie bekannt zu speichern und zu exportieren, z.B. mit dem "Go!"-Button.

    3 Spline-Eigenschaften bearbeiten

    Es gibt allerdings ein paar Eigenheiten und besondere Einstellungen, die hier noch vorgestellt werden sollen:

    3.1 Meshs und Materialien

    Grundsätzlich können die Materialien und Meshs genauso bearbeitet werden, wie auch bei normalen Objekten. Das einzige, was nicht geht, ist die Mesh-Auswahl im 3D-Fenster. Stattdessen kann aber, wie sonst auch, die Auswahlmöglichkeit in der Mesh-Liste rechts genutzt werden.


    Außerdem gibt es diverse Mesh-Einstellungen, die bei Splines keine Auswirkungen haben, z.B. die Sichtbarkeitsbedingungen, Sichtbarkeits-Variable, Maus-Interaktionen, Vertex-Ambient-Occlusion usw.

    3.2 Spline-Vorschau

    Links ganz unten gibt es den Abschnitt "Spline". Hierin befindet sich der Button "Spline-Vorschau", der zu einem Dialogfeld führt, in dem die Eigenschaften der Spline-Vorschau eingestellt werden können. Diese entsprechen den Einstellungen beim Bau einer Spline im Map-Editor.


    Beispielsweise können wir den Radius und die Länger verkleinern, hier auf R = 10 m und L = 15 m:




    3.3 Spezifische Spline-Eigenschaften

    Es gibt ein paar besondere Eigenschaften innerhalb der "Objekteinstellungen" (Abschnitt "Allgemeine Einstellungen" links).


    Zu beachten ist, dass es momentan nötig ist, dass man nach Änderungen in den Objekteinstellungen einmal auf den zuvor vorgestellten Button "Spline-Vorschau" klicken und das Dialogfeld mit OK bestätigen muss.

    3.3.1 Länge einer Einheit

    Das Content-Tool misst beim Import aus, wie lang das 3D-Objekt ist und gibt diesen Wert hier ein, in unserem Fall liegt er bei 5 m. Hieraus ergibt sich, wie oft LOTUS das Element wiederholen muss und in welchem Abstand diese Kopien angeordnet werden müssen. Testweise könnte man den Wert auf 6 m einstellen:


    3.3.2 Allowed SplitCount

    Für diesen Parameter muss ich ein wenig ausholen und eine andere Textur bemühen:




    Der Wert für diesen Parameter kann wahlweise -1, 0 oder eine positive Zahl sein. Dementsprechend verhält sich die Spline wie folgt:


    -1: Das Originalobjekt wird solange gestreckt, bis es die ganze Strecke überspannt:



    0: Es wird weder gestreckt noch gestaucht, sondern einfach rigeros nach Längen-Vorgabe "abgeschnitten", egal wo:



    1: Es wird immer so gestreckt oder gestaucht, dass immer genau auf der Grenze zwischen zwei Segment-Kopien abgeschnitten wird:



    2: Es darf wahlweise zwischen zwei Segment-Kopien oder genau auf der Hälfte des Segments geschnitten werden:



    3, 4, 5...: Dementsprechend darf das Segment nach einem oder zwei Dritteln, einem, zwei oder drei Vierteln usw. geschnitten werden.


    Beispielsweise darf bei 4 in unserem Fall immer an der Grenze zwischen zwei verschiedenen Farben geschnitten werden:



    4 FORTSETZUNG FOLGT